Europa zwischen Nationalstaat und Integration by Olaf Leiße

By Olaf Leiße

Die Europäische Union unterscheidet sich grundlegend von allen übrigen internationalen Organisationen. Im Rahmen der europäischen Integration geht es um eine fortschreitende, möglichst dichte Verknüpfung von Völkern und Staaten in Europa, um Solidarität und gemeinsames Handeln und einen langfristig und zukunftsoffen angelegten Prozess des immer engeren Zusammenschlusses. Der doppelte Charakter der europäischen Integration, die gleichzeitige Verflechtung sowohl der Nationen als auch der Nationalstaaten, ist bislang eher vernachlässigt worden. Diese Studie versucht, Wege der Integration von nationwide geprägten Gesellschaften und Staatlichkeit aufzuzeigen. Sie greift dabei zurück auf politikwissenschaftliche, soziologische und sozialpsychologische Forschungsleistungen und öffnet sie für einen interdisziplinären conversation in der Integrationsforschung.

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Jahrhunderts fehlt eine allgemein legitimierte Verbindung zwischen nationaler und europäischer Staatlichkeit. Mit der Folge, dass es sowohl an der breitenwirksamen Unterstützung für das europäische Projekt mangelt als auch die gewünschte Anbindung der Bürger an das europäische politische System verfehlt wird. Die Nationalstaatsgründungen des 19. Jahrhunderts lebten vom Aufstiegswillen des Bürgertums und seiner Gegenposition zum herrschenden Feudalismus. Es gelang ihm, auch die unterbürgerlichen Schichten für dieses Projekt zu gewinnen.

129, 130. 2 Denationalisierung und Entgrenzung von Politik 49 In dieser Perspektive erscheint die europäische Einigung als ein notwendiger und irreversibler Prozess, der die auf den Nationalstaat einwirkenden Kräfte auffängt und in positive Energie umwandelt. „In Europa sind mit dem Ost-WestKonflikt die Relikte der Staatenwelt beseitigt worden. Sie hatte mit der Neuzeit ihren Anfang genommen, als der Territorialstaat mit seinem Anspruch auf Souveränität und Sicherheit nach außen und politischer Herrschaft nach innen ins Leben trat.

Im Jahr 2002 lag der Anteil der Vereinigten Staaten, der EU, Japans, Chinas und Kanadas am Welthandel bei rund 60%. Die Triade der Großräume Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik hatte insgesamt einen Anteil am Welthandel von 85% und vereinte rund 60% der ausländischen Direktinvestitionen auf sich. “87 Sie verweist auf den Menschen auf den „Weltinnenraum“88 einer gleichzeitig begrenzenden und begrenzten Erde. 83 84 85 86 87 88 Harald Schumann; Christiane Grefe: Der globale Countdown. Gerechtigkeit oder Selbstzerstörung – Die Zukunft der Globalisierung, Köln 2008.

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